Über uns

Wer wir sind

Wir sind Menschen verschiedenen Alters, verschiedener Herkunft, die verschiedenste Berufe ausüben, zur Schule gehen, studieren, Hartz IV oder Rente beziehen. Manche von uns haben selbst das Leben auf der Straße erlebt, andere es nur von außen betrachtet. Jeder von uns hat seine eigene Geschichte, auch eigene politische Ideen oder religiöse Überzeugungen. Uns vereint, dass wir wissen, dass es Phasen gibt, in denen es mal nicht so läuft. Wir teilen den Glauben, dass dann Hilfe wichtig ist. Uns wurde die Hand gereicht in schwierigen Lebenszeiten und nun strecken wir unsere aus, denn wir wünschen uns eine Welt, in der Menschen füreinander da sind und füreinander einstehen. Wir möchten einen kleinen Beitrag dazu leisten.

Die Motivation

Wenn man durch die Straßen Berlins zieht, entdeckt man immer wieder Menschen, die einen anderen Alltag leben als die meisten Bewohner dieser Stadt. Verschiedenste Gründe haben dafür gesorgt, dass sie ihr Leben auf der Straße verbringen, um Spenden bitten oder ihren Lebensunterhalt mit Pfandflaschen aufbessern.
Die Wenigsten von ihnen haben sich bewusst für ein solches Leben entschieden. Immer wieder werden sie von anderen ausgelacht, angewidert angeschaut oder des Platzes verwiesen. Viel zu selten nimmt sich jemand Zeit für sie, redet mit ihnen, kümmert sich um sie. Jedes Jahr hört man von erfrorenen Menschen... Offensichtlich braucht es Hilfe, denn jedes Jahr leben in Berlin mehr Leute auf den Straßen. Wir wollen hier einen Beitrag leisten und helfen.

Unsere Idee und deren Umsetzung

Die Menschen, die auf der Straße leben, brauchen viel Kraft für ihren Lebensweg. Wenn ein paar Menschen Lebensmittel, Kleidung und/oder (sogar) Geld bereitstellen, dann können wir diesen Menschen die Unterstützung zukommen lassen, die sie brauchen. Ihre Körper haben manchmal keine Ressourcen mehr, um Wunden zu heilen, weil Nährstoffe fehlen, sie frieren, weil Kleidung fehlt.  Immer wieder wird Kleidung, ja sogar Essen weggeworfen. Es gibt so viele Menschen, die helfen wollen, aber nicht wissen wie - oder sie befürchten, ihre Spende würde nicht ankommen.
Bei unseren Hilfstouren fahren wir mit (selbst) gekochtem/gespendetem Essen, gesammelten Kleiderspenden und erste Hilfe-Sets zu Plätzen in Berlin, wo wir Bedürftige vermuten und verteilen dort die Sachen, um die Leute „sicher über den Winter zu bringen“. Des Weiteren sammeln wir Informationen von kostenlosen Ärzten, Notunterkünften, Suppenküchen, Entzugseinrichtungen, Psychiatrien und anderen helfenden Institutionen, um auch beratend zur Seite stehen zu können. Aus Erfahrung können wir sagen, dass es auch etwas ganz wichtiges ist, wertgeschätzt zu werden. Wir wollen uns Zeit nehmen, den Menschen zuzuhören, mit ihnen lachen und ihnen einfach zeigen, dass sie auch geschätzt werden. Jeder Mensch ist wertvoll und wie schön ist es, wenn jemand Wärme und Nähe gibt, wenn es mal nicht so läuft. Gerade in unserer distanzierten und schnellen Zeit, wo viele mit ihren eigenen Baustellen beschäftigt sind.

Aber ihr könnt ihnen das Leben auf der Straße doch nicht noch versüßen. Dann wollen sie ja gar nicht mehr runter!

Wir glauben, keiner lebt freiwillig in einer Situation, in der er sich schämt und von manchen unserer Gesellschaft als Verlierer gesehen wird. Sie brauchen erst einmal Kraft, um den ersten Schritt zu gehen. Diese möchten wir ihnen mit unseren Touren geben.
Wir überlegen, wie wir es schaffen können, ihnen einen Weg in eine eigene Wohnung zu ermöglichen. Einige auf der Straße Lebenden haben ein Recht auf Unterstützung vom Staat. Aus verschiedensten Gründen wird diese nicht wahrgenommen. Manchmal ist es Kraftlosigkeit, manchmal die Angst vorm Amt, manchmal etwas anderes. Menschen, die von der Straße runter möchten, wollen wir in Zukunft eine Wohnung/einen Schlafplatz bereitstellen, in der sie ca. ein halbes Jahr leben können und in der sie von uns Hilfe bekommen, wenn sie sie benötigen. Diese Unterkünfte sollen sich selbst über Hartz IV-Anträge finanzieren. Nach dieser Zeit hoffen wir, dass sie –mit unserer Unterstützung- eine Wohnung haben und selber klarkommen. Aber diese Idee steckt noch in den Kinderschuhen und liegt in der Schublade, bis wir mit genügend Helfern sie wieder herauskramen und probieren, diese umzusetzen.

Grundsätze

In einer Welt, in der viele Ängste und Misstrauen herrschen, möchten wir Vertrauen schaffen  und das schlägt sich auch in unserem Vorgehen nieder:

  • Es soll Spaß machen, zu helfen. Auch wenn es ein wichtiges und ernstes Thema ist, soll jeder Helfer mit einem guten Gefühl nach Hause gehen. Jeder macht nur dass, wozu er Lust hat. Falls man mal merkt, dass man mit etwas überfordert ist, sagt man Bescheid und es wird einem unter die Arme gegriffen.
  • Keinem Menschen, dem wir begegnen, wird etwas aufgezwungen. Wenn jemand seine Ruhe haben möchte, dann geben wir ihm diese.
  • Damit uns die Helfer vertrauen können, werden wir unsere Aktionen so transparent wie möglich gestalten. Wir fotografieren zwar auf  Touren, reden aber mit allen Menschen auf den Fotos, erklären ihnen den Sinn und fragen sie, ob sie mit einer Veröffentlichung einverstanden sind. Falls nicht, werden die Fotos gelöscht. Jeder kann Fragen und Bedenken äußern, die wir so gut wie möglich beantworten.
  • In unseren Reihen sind auch Menschen, die mit sehr wenig Geld leben. Wenn ihnen ein Kleidungsstück gefällt, dann freuen wir uns, auch dort weitergeholfen zu haben. Falls ein Spender dies nicht möchte, kann er auf seine Spende „Für die Straße“ draufschreiben und er kann sich sicher sein, dass seine Spende auf einer Tour oder einer Veranstaltung verteilt wird.
  • Wir nehmen Rücksicht auf andere Menschen, die ein Problem mit der Anwesenheit von uns haben und suchen uns möglichst Orte, an denen wir niemanden stören, wenn wir unsere Hilfe anbieten.

Und was kannst du tun?

Wir freuen uns über jeden der mitmachen und mithelfen möchte. Das kann zum Beispiel sein:

  • Bei den Touren mitmachen, Spenden verteilen und/oder mit den Leuten reden.
  • Essen kochen und für die Touren bereitstellen.
  • Kleidung, Zahnbürsten, Schlafsäcke u.a. spenden (eine aktuelle Liste von Wünschen der Menschen, die wir treffen, findet sich auf unserer Homepage bzw. Facebook-Seite)
Jeder kann seine Spende selbst verteilen, wenn er es möchte oder sich einfach mal anschauen was wir so machen. Wir können Skepsis und Angst gut nachvollziehen und wollen die Schwelle zum Helfen möglichst niedrig setzten. Wie gesagt: Alles was du machst, tust du freiwillig… mach nur das, was du möchtest!

Du findest die Idee mit den Touren gut? Bei Fragen kannst du dich gerne an uns wenden!
Sprich uns einfach an :)

Wir freuen uns auf eure Mitarbeit, eure Berliner Obdachlosenhilfe.